Digitizing Studio – Füllobjekte mit Prägelinien und
Aussparungen erstellen
Im Digitizing Studio wird ein Stickmuster so digitalisiert, dass Sie wahlweise mit oder ohne Hintergrundbild Umrisse (Vektoren) eingeben. Oft muss ein Bild bearbeitet werden, bevor es als Hintergrundbild verwendet werden kann. Lesen Sie dazu das Tutorial Digitizing Studio – Grafik importieren, um zu erfahren, wie Sie Bilder beschneiden, drehen, vergrößern oder verkleinern können oder auch einen Rand um das Bild legen. Dieses Tutorial erklärt Ihnen, wie Sie Füllflächen erstellen können – oft der größte Teil eines Musters.
1 – Starten Sie Embird und öffnen Sie das Digitizing
Studio entweder über den Studio Icon oben links oder wechseln Sie vom Manager
in den Editor (in der Menüleiste auf Editor klicken).
2 – Im Editor wählen sie dann "Einfügen -> Studio oder Sfumato Muster", um das Digitizing
Studio zu öffnen.
3 – Importieren Sie das gewünschte Bild als Hintergrund und passen Sie es so
an, dass Sie damit arbeiten können (siehe auch Digitizing Studio – Grafik importieren).
4 – Wählen Sie nun das richtige Werkzeug, um den Kopf des Mädchens zu
digitalisieren (Bild Nr. 1). Lange, schmale Teile werden oft mit Satinstichen
gestickt, während große, runde oder breite Teile eher als Füllflächen erstellt werden.
Wählen Sie also das Werkzeug für Füllflächen
und zeichnen Sie das Gesicht des Mädchens,
dabei lassen Sie die Fläche ein wenig in die Haare überlappen: Bewegen Sie den
Mauszeiger auf der Arbeitsfläche dorthin, wo der erste Kontrollpunkt gesetzt
werden soll und klicken Sie einmal mit der linken Maustaste. Ein Kontrollpunkt
erscheint auf der Arbeitsfläche. Bewegen Sie jetzt den Mauszeiger dorthin, wo
der nächste Punkt gesetzt werden soll und klicken Sie wieder. Ein zweiter Punkt
erscheint, der mit einer Linie mit dem ersten verbunden ist. Mitten in dieser
Linie sitzt ein kleiner Kreis. Damit können Sie aus der Linie eine Kurve machen,
indem Sie den Punkt mit der linken Maustaste „anfassen“ und ziehen. Setzen
Sie nun so viele Punkte, wie nötig sind, um die Fläche zu umranden. Meist
braucht man viel weniger Punkte, als man zuerst denkt. Den letzten Punkt setzen
Sie kurz vor oder kurz neben den ersten und ziehen ihn dann auf den ersten. Nun
drücken Sie die Leertaste Ihrer Tastatur oder die Eingabetaste (Enter). (Bild Nr. 1).
Tipp: Lesen Sie auch das Tutorial Digitizing
Studio – Wie Objekte mit Kurven entstehen .
Bild Nr. 1

5 – Benutzen Sie das Füllwerkzeug noch mal und zeichnen Sie zwei „Haarobjekte“. Benachbarte Objekte sollten sich leicht überlappen, um Lücken beim Sticken zu vermeiden, die durch den Zug des Garns beim Sticken entstehen können (Bild Nr. 2).
Bild Nr. 2

Füllobjekte
verstehen:
Die Kontur eines Füllobjektes besteht aus Linien und Kurven (Bild Nr. 2). Kleine Rechtecke sind die Endpunkte einer Linie oder
Kurve. Kleine
Kreise sind die Mittelpunkte der Kurven. Die Kontur muss geschlossen
sein, das heißt der letzte Kontrollpunkt muss auf dem ersten liegen. Das Kreuz zeigt den ersten Kontrollpunkt an, die diagonalen Linien zeigen den Endpunkt der
Füllfläche an und die Stichwinkel der Deckstiche (längster Strich) und der
Unterlegstiche (kurzer und mittlerer Strich). Ein kleines Kreuz im Objekt zeigt den 'Fokus Punkt' für
Spezialeffekte wie Kreisfüllung etc. an.
Studio generiert automatisch Unterlegstiche (sowohl Unterlage am Rand, also auch
zwei Zickzack-Unterlagen), sowie Überlappungen und Verbindungsstiche.
Füllobjekte können Löcher haben, sie heißen im Programm Aussparungen.
Außerdem können Sie viele verschiedene Einstellungen ändern, wie verlaufende
Stichdichte, und Effekte wie Kreisfüllung oder Konturfüllung. Natürlich
stehen diverse verschiedene Füllvarianten zur Auswahl, auch Motivfüllstiche.
Sie können auch selber Füllstiche programmieren. Und Füllobjekte können auch
mit automatischem Satinstich gefüllt werden.
Als Spezialeffekt können Sie Prägelinien im Füllobjekt platzieren, die
dann z.B. Falten oder Blattadern darstellen. Diese Prägelinien werden als
gesondertes Objekt gezeichnet.
6 – In unserem Beispiel dienen die Prägelinien dazu, das Haar interessanter
zu gestalten. Wählen Sie
, um Linien in die Haare zusetzen.
Diese Linien sind zusätzliche Einstiche der Nadel im Verlauf der Füllfläche
und sollten nicht im gleichen Stichwinkel wie die Deckstiche verlaufen, sonst
sind sie nicht zu sehen.(Bild Nr. 3). Prägelinien
müssen immer direkt im Anschluss an das entsprechende Füllobjekt gezeichnet
werden. Zeichnen Sie jede Prägelinie einzeln, so wie oben für die
Füllflächen erklärt. Nur müssen die Prägeobjekte nicht geschlossen sein.
Beenden sie jede Prägelinie mit der Leertaste oder der Enter-Taste Ihrer
Tastatur.
Bild Nr. 3

7 – Markieren Sie die Prägelinien und das Füllobjekt zusammen (mit gedrückter STRG-Taste klicken Sie jedes Teil in der Objektinspektor-Liste am rechten Bildschirmrand an). Dann klicken Sie mit der rechten Maustaste und wählen im Menü „Stiche generieren“.(Bild Nr. 4).
Bild Nr. 4

8 – Wählen Sie am unteren Bidlschirmrand den Karteireiter „3D matt“, um das Ergebnis im 3D-Modus anzusehen. (Bild Nr. 5). Vergleichen Sie die rechte, geprägte Seite der Haare mit der linken, unveränderten Seite und Sie erkennen den Effekt der Prägelinien deutlich.
Bild Nr. 5

Die
Farbpalette in Studio verstehen:
Um eine Farbe für neue Objekte zu wählen, klicken Sie mit der linken Maustaste
auf eine beliebige Farbe in der Palette am oberen rechten Bildschirmran.
Um die Farbe eines vorhandenen Objekts zu ändern, klicken sie mit der linken Maustaste
auf die Farbe und ziehen Sie sie (mit gedrückter Maustaste) entweder auf das
kleine Objekt im Objektinspektor am rechten Bildschirmrand, oder auf die
Arbeitsfläche, direkt auf das Objekt
Um Ihre eigene Farbe zu mixen,
klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Farbe der Farbpalette
Um eine Farbe aus
dem Bild zu wählen, nehmen Sie diese Farbe direkt mit der Pipette
aus dem Bild auf. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Bild und
wählen dann im Menü „Farbe „ und dort „Farbe aus dem Bild wählen“.
Um die Farbe des Objektes zur Farbpalette zuzufügen, halten Sie die rechte Maustaste auf
das kleine Objekt im Objektinspektor gedrückt und ziehen Sie sie auf die
Farbpalette. Lassen Sie die Farbe dort „fallen“.
9 – Die Farben der Füllobjekte (Gesicht des Mädchens, Haare) wurden in der
Palette gemixt und dann auf die jeweiligen Objekte übertragen (drag &
drop)( Bild Nr. 6).
Bild Nr. 6

Wie
funktionieren Aussparungen?
Eine Aussparung kann nur direkt im Anschluss an ein Füllobjekt, Sfumatoobjekt oder eine Aussparung verwendet werden. Sie
erscheint nicht als eigenes Objekt in der Liste des Objekt Inspektors und kann
nicht direkt auf der Arbeitsfläche markiert werden, da sie Teil eines Füll-
oder Sfumatoobjekts ist (so wie das Loch Teil des Käses ist).
Um eine Aussparung zu markieren, benutzen Sie das Teileinspektor-Fenster. Das
Gleiche trifft für Applikationsaussparungen zu.
Aussparungen können nur dem letzten
Objekt im Objekt Inspektor zugefügt werden. Um einem
Füll- oder Sfumato Objekt eine Aussparung
hinzuzufügen, das nicht das letzte Objekt im Objekt Inspektor ist, ziehen Sie
das betreffende Füllobjekt zunächst an die letzte Stelle im Objektinspektor.
Dann fügen sIe die Aussparung hinzu und schieben beides wieder an die
Ursprungsposition in der Liste zurück.
10 – Aussparungen in Füllflächen werden meist gemacht, damit Muster mit
mehreren Lagen Stickerei nicht zu dick werden. Im hier gezeigten Beispiel des
Mädchens soll die Aussparung im Gesicht des Mädchens dort sein, wo ihr Mund
später in rot gestickt wird. (Die Aussparung im Gesicht sollte etwas kleiner
sein, als der Mund, damit beim Sticken keine Lücken durch Zug im Gewebe
entstehen. Das können sie aber auch mit Hilfe des Zugausgleichs beeinflussen).
Ändern Sie zunächst die Position des Gesichtes im Objektinspektor, indem Sie
das „Gesicht“ anklicken und dann mittels „drag & drop“ mit der
rechten Maustaste an den Schluss der Liste ziehen. (Bild Nr. 7).
Bild Nr. 7

11 – Zeichnen Sie nun
die Aussparung für den Mund des Mädchens mit dem Aussparungswerkzeug
(Bild Nr. 8).
Bild Nr. 8

12 – Ziehen Sie jetzt das Gesicht mit der Aussparung an seinen ursprünglichen Platz in der Liste zurück, generieren Sie die Stiche (siehe Schritt 7 oben) und sehen Sie sich das Ergebnis in der 3D Vorschau an(Bild Nr. 9).
Bild Nr. 9

13 – Zeichnen Sie weitere Füllobjekte: "Hände", "Schuhe", "Hemd", "Hose", etc. und für den Mund. Verwenden Sie für den Mund eine Prägelinie. Überprüfen Sie das Ergebnis in der 3D Vorschau(Bild Nr. 10).
Bild Nr. 10

Tipp: Sehen Sie sich den Ablauf des
Muster mit dem Nähsimulator an (am oberen Rand der
Arbeitsfläche finden Sie den Icon mit der Nähmaschine, oder Sie gehen zu „Ansicht“
– „Nähsimulator“).
14 – Klicken Sie auf „Muster – Speichern unter“,
um dieses Digitalisierprojekt als .EOF-Datei auf der
Festplatte Ihres PCs zu speichern. Geben Sie den Namen und das Verzeichnis im
Dialogfenster an. Die .EOF-Datei ermöglicht Ihnen,
jederzeit zu Ihrem Projekt zurückzukehren und Veränderungen vorzunehmen.
15 – Klicken Sie auf „Muster-Fertigstellen und im Embird
Editor öffnen“, um aus diesem Digitalisierprojekt ein Stickmuster zu machen. Embird Studio schließt sich nun und der Embird Editor wird
geöffnet.